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„…ein dauerhaft menschliches Grundbestreben: den Wunsch, eine Arbeit um ihrer selbst Willen gut zu machen.“

Richard Sennett,  HANDWERK, Berlin 2008, S19
(übersetzt von dem Amerikanisches Original The Craftsman, New Haven & London 2008)

„Bei jedem guten Handwerker stehen praktisches Handeln und Denken in einem ständigen Dialog. Durch diesen Dialog entwickeln sich dauerhafte Gewohnheiten, und diese Gewohnheiten führen zu einem ständigen Wechsel zwischen dem Lösen und dem Finden von Problemen.“

Sennett, HANDWERK, S. 20

„Handwerliches Denken und Können beschränkt ich nicht auf den Handwerker im engeren Sinne, sondern steht ganz allgemein für den Wunsch, etwas ganz konkretes um seiner selbst Willen zu machen.

Sennett, HANDWERK, S. 196

„Technik hat einen schlechten Ruf. Sie kann Seelenlos erscheinen. Menschen, die in ihren Händen ein hohes Maß an Übung erreichen, sehen das allerdings nicht so.Für sie ist Technik eng verbunden mit Ausdruck.“

Sennett, HANDWERK, S. 201

„Von Komponisten und Musikern sagt man, sie hörten mit dem „inneren Ohr“, doch diese immaterielle Metapher führt in die Irre. Berühmte Beispiele dafür sind Komponisten wie Arnold Schönberg, die selbst schockiert waren, als sie die Musik hörten, die sie auf dem Blat komponiert hatten. Gleiches gilt auch für Musiker. Auch für sie ist das Studium der Partitur eine notwendige, aber keineswegs hinreichende Vorbereitung auf die tatsächliche Darbietung. Der Klang ist der eigentliche Augenblick der Wahrheit.“

Sennett, HANDWERK, S. 214

„Die Hand ist das Fenster zum Geist“ 

Immanuel Kant

„Kunstfertigkeit und Fachtüchtigkeit muss {…} sechs wesentliche Merkmale aufweisen: die Arbeit dient keinem anderen Teil als der Herstellung des Produkts. Die Einzelheiten der täglichen Arbeit bleiben sinnvoll, weil sie für den Schaffenden sämtlich in Beziehung zu dem Produkt seiner Arbeit stehen. Der schaffende kann seine Arbeit in allen Teilen übersehen, überwachen und beurteilen. Er kann auf diese Weise aus seiner Arbeit lernen; er kann dabei seine Fähigkeiten entdecken, entwickeln und nutzen. Arbeit einerseits und Vergnügen, Erholung, Entspannung und Spiel andererseits sind ebensowenig voneinander geschieden wie Arbeit und Kultur. Die Erwerbstätigkeit des Schaffenden bestimmt seine ganze Lebensweise.“

C.Wright Mills, White Collar: The Americn Middle Classes, New York 1951, S. 220-223; dt.: Menschen im Büro. Ein Beitrasg zur Soziologie der Angestellten, Köln 1955, S. 303